Integration von Oracle Fusion Applications und E-Business Suite mithilfe der SOA Suite: Einrichtung JDeveloper

Autor: Christian Saaler

Im letzten Blogbeitrag haben wir einen Überblick darüber gegeben, wie man die Oracle SOA Suite nutzen kann, um eine On-Premise installierte Oracle Fusion Applications (OFA) Umgebung mit anderen Business Anwendungen, wie zum Beispiel Oracle E-Business Suite, zu integrieren. Dieser Artikel befasst sich nun mit der Einrichtung von JDeveloper, einer integrierten Entwicklungsumgebung (IDE) von Oracle, mit welcher benutzerdefinierte SOA Prozesse erstellt werden können.

Für die Demonstration des Installationsprozesses nutzen wir eine Windows 7 Professionals 64Bit Installation.

Download

Zuerst muss die Software heruntergeladen werden. Die aktuellste On-Premise Version von OFA (11.1.9.2) unterstützt die SOA Suite nur in Version 11g. Die Entwicklung von SOA-Anwendungen für diese Version erfordert JDeveloper in der Version 11.1.1.7, welche hier heruntergeladen werden kann:
http://www.oracle.com/technetwork/developer-tools/jdev/downloads/jdeveloper11117-1917330.html

Installation

Für die Installation genügt ein Doppelklick auf die heruntergeladene .exe-Datei. Danach folgt man den Anweisungen des Installers, wobei keine Parameter angepasst werden müssen.

Beim Start des JDevelopers muss eine Rolle ausgewählt werden, die den Umfang der zur Verfügung stehenden Technologien auf einen bestimmten Entwicklungszweck eingrenzen kann. Für das hier vorgestellte Vorgehen, ist die „Default Role“ am besten geeignet (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1 – Rollen-Auswahl

Nachdem das Programm gestartet wurde, erscheint ein Fenster ähnlich dem in Abbildung 2.

Abbildung 2 – Startseite

Bevor eine SOA Anwendung erstellt werden kann, muss zuerst der SOA Composite Editor installiert werden. Um ihn zu installieren, klickt man in der Menüleiste auf „Help“ und wählt dann „Check for Updates…“ aus dem Dropdown-Menü aus.

Abbildung 3 – Installieren von Updates und Erweiterungen

Abbildung 4 – Update Wizard

Da die Verwendung des Update-Centers in einigen Fällen Probleme verursacht hat, wird die Erweiterung manuell installiert. Unter nachfolgendem Link kann sie von der Oracle-Webseite heruntergeladen werden:
http://www.oracle.com/ocom/groups/public/@otn/documents/webcontent/156082.xml#oracle.sca.modeler

Dabei wird zu Version 11.1.1.7.8.02.22 geraten, da dies die aktuellste Version für JDeveloper 11.1.1.7 ist. Um die eigentliche Installation durchzuführen, wird im nächsten Schritt „Install From Local File“ ausgewählt (siehe Abbildung 5) und dann zur eben heruntergeladener .zip-Datei navigiert.

Abbildung 5 – Update Wizard

Abbildung 6 – Update Wizard

Nach einem Neustart des Programms können nun SOA Composites entwickelt werden.

Verbindung zum Application Server (optional)

In diesem Schritt zeigen wir, wie man JDeveloper an einen WebLogic Server anbindet, so dass SOA Composites direkt aus dem Programm heraus deployed werden können. Da die SOA Applikationen auch exportiert und über den Enterprise Manager manuell deployed werden können (dieses Vorgehen wird in dem nächsten Artikel beschrieben), ist dieser Schritt optional.

Zur Verwaltung der Application Server-Verbindungen verwendet man die Ansicht „Resource Palette“, welche in der Menüleiste unter dem Punkt „View“ zu finden ist.

Abbildung 7 – Öffnen der Resource Palette

In der Ansicht kann mit einem Rechtsklick auf „Application Server“ aus dem Kontextmenü eine neue Verbindung erstellt werden.

Abbildung 8 – Erstellen einer Application Server Verbindung

Im sich dann öffnenden Fenster muss ein Name für die Verbindung angegeben werden. Hier wird der Hostname des entsprechenden Servers „Fapps01s1“ verwendet.

Abbildung 9 – Application Server Connection Wizard

Auf der nächsten Seite müssen die Anmeldeinformationen für den Application Server angegeben werden.

Abbildung 10 – Application Server Connection Wizard

Auf der folgenden Seite müssen wiederum der volle Hostname des Application Servers, die Domain, zu der die Verbindung hergestellt werden soll und die entsprechenden Ports angegeben werden. Eine Übersicht über alle konfigurierten Domänen und Ports findet man in der Summary-Datei im Home-Verzeichnis der OFA Provisioning-Installation:
$FAP_HOME/provisioning/bin/provisioning-.summary

Abbildung 11 – Application Server Connection Wizard

Anschließend sollte getestet werden, ob die Verbindung hergestellt werden kann.

Abbildung 12 – Application Server Connection Wizard

Dabei sollten alle Tests erfolgreich abgeschlossen werden, um eine einwandfreie Funktion gewährleisten zu können. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie die Konfiguration nochmals überprüfen. Danach kann der Prozess abgeschlossen werden. Nun sollten Sie die bestehende Verbindung öffnen und zu dem neu angebundenen SOA Server navigieren können.

Abbildung 13 – Resource Palette

Erstellen einer Applikation

Nach dem erfolgreichen Einrichten von JDeveloper kann nun mit der Anwendungsentwicklung begonnen werden. Wählen Sie dazu in der Menüleiste „File“ und darunter „New“ aus. Im sich dann öffnenden Fenster wählen Sie „SOA Application“.

Abbildung 14 – Erstellen einer neuen Applikation

Benennen Sie nun Ihre Anwendung…

Abbildung 15 – SOA Application Wizard

…und auch das Projekt, zu dem sie gehört.

Abbildung 16 – SOA Application Wizard

Nun muss eine Service-Komponente auswählt werden, mit der das Projekt gestartet werden soll. Da in der vorgestellten Beispielanwendung die BPEL Process-Komponente verwendet wird, wird diese hier ausgewählt.

Abbildung 17 – SOA Application Wizard

Abbildung 18 – Konfiguration BPEL Prozess

Nach dem Abschließen des Application Wizard erscheint das neu erstellte Projekt, ähnlich dem in Abbildung 19.

Abbildung 19 – Neu erstellte Composite

Jetzt kann damit begonnen werden die SOA Anwendung zu entwickeln, indem man die benötigten Service-Komponenten und Adapter aus der Komponenten-Palette auf der rechten Seite auf den „composite.xml“-Tab in der Mitte zieht.

Was kommt als nächstes?

Nachdem gezeigt wurde, wie eine SOA Entwicklungsumgebung im Wesentlichen aufgebaut wird, wird im nächsten Artikel beschrieben, wie man seine Anwendung auf einem SOA Server bereitstellt. Dafür nutzen wir die Beispiel-Anwendung aus dem vorhergehenden Beitrag. Zusätzlich werden wir zeigen, wie man Ausführungsfehler untersuchen kann.

0